Frageformen
Nicht nur was Sie fragen, auch wie Sie fragen, entscheidet darüber, ob Sie gute Antworten bekommen. Deshalb stellen wir Ihnen als Letztes noch verschiedene Fragetypen vor.
Offene Frage
- Vorteil: Sie erhalten Sachaussagen; außerdem hilft es unerfahrenen Gesprächspartnern, sich locker zu machen.
- Nachteil: Offene Fragen verleiten dazu, ins Schwafeln zu kommen oder auszuweichen.
Geschlossene Frage
- Geschlossene Fragen lassen kaum Spielraum.
- Vorteil: Ein Ausweichen ist nur schwer möglich.
- Nachteil: Sie ergeben nur kurze Antworten, die ein Gespräch schnell langweilig werden lassen. Unerfahrene Gesprächspartner werden zudem eingeschüchtert.
Balkon-/ Plattformfrage
- Eine Sachaussage, die der Frage vorausgeht, eignet sich oft gut als Eröffnungsfrage, spart Zeit und strafft das Interview.
In Ostdeutschland können die Schüler fast überall nach der zwölften Klasse Abitur machen. Wann kommt das auch in Bayern?
Zusammenfassungsfrage
- Bündelt die bisherigen Ergebnisse des Gesprächs und erleichtert den Hörern das Dranbleiben.
- Außerdem können Sie mit dieser Frage zu einem anderen Themenbereich überleiten.
Sie halten das achtstufige Gymnasium also für eine sinnvolle Sache. Warum führt Bayern es dann erst jetzt ein?
Einschätzungsfrage
- Einschätzungsfragen zielen auf Meinungen, Ansichten oder Beurteilungen zu einem bestimmten Sachverhalt, ohne platt „Wie finden Sie...?“ zu fragen. Sie können oft hypothetisch sein.
Feststellungsfrage
- Die Feststellungsfrage ist formal gar keine Frage. Sie soll den Befragten unter Rechtfertigungsdruck setzen oder ihm eine Stellungnahme abverlangen. Sie kann Lebendigkeit ins Interview bringen.
Suggestivfrage
- Die Suggestivfrage unterstellt dem Befragten eine bestimmte Meinung, sie soll ihn damit provozieren.
- Sie ist höchst manipulativ (für unerfahrene Interviewpartner ungeeignet!) und gibt oft eher die Meinung des Interviewers wieder, als dass sie wirklich der Wahrheitsfindung dient.
Erzählfragen
- Erzählfragen sind meistens offen formuliert und dienen der Rekonstruktion von Beobachtungen oder Erlebnissen.
- Sie sollen den Interviewpartner dazu bringen, möglichst anschaulich und radiogerecht (Kino im Kopf!) zu berichten.
Meta-Fragen
- Mit Meta-Fragen machen Sie das Interview-Geschehen transparent: Der Hörer bekommt mit, dass sich die Stimme des Gesprächspartners verändert, zum Beispiel ärgerlich wird, und will natürlich wissen, warum.
- Die Meta-Frage kann überdies evtl. die Antwortbereitschaft stärken. Sie ist für unsichere Gesprächspartner ungeeignet.